Montag, 4. Juli 2016

Rekord

Kaum habe ich gestern meinen Tagesrekord von 107km gefahren, gibt die Batterie des Kilometerzählers und somit er selbst den Geist auf.
Die Suche nach Hotels oder Chambre d'Hotes gestaltet sich ein wenig anstrengend. Gestern bei Baume les Dames habe ich unter Mithilfe meiner geliebten Gattin ein solches gefunden, was eine ausgezeichnete Küche hatte. Da ich aber schon nachmittags ausreichend in einem kleinen Restaurant bei den Grotten zu mir genommen hatte, es kochte dort sehr lecker der Sohn (?) von Nicole, der danach den Arm eines Ricard trinkenden Gastes mit einem Kugelschreiber bemalte und auf seinem Kopf Knallfrösche knallen ließ, war ich abends noch satt und konnte nur noch die Vorspeise essen, ein Salat aus einer interessanten und undefinierbaren Mischung von Pi!zen, Grapefruit und Kräutern. Es war köstlich und danach Käse. Dafür erzählte mir ein alter Elsässer zum Frühstück wie viel Fahrrad er so führe und frug wieviel Gepäck ich denn mitführte. Eigentlich interessierte ihn die Antwort nur so weit, um mir mitzuteilen wie wenig Gepäck er denn immer so mitgehabt hätte und dann kam natürlich noch die Verbindung zur Flucht während des Krieges und wie wenig es da hatte. Dann frug er noch ob ich mit Helm führe , denn in Frankreich fahren ja alle mit Helm, da teilte ich ihm mit,dass mein Helm auf dem Gepäckträger mitfährt, ich ihn aber auf Hauptverkehrsstraßen und in Städten aufsetzen würde. Diese Antwort missfiel dem alten Mann und ich war froh als er sich auf den Weg machte.
Städte sagen mir so gar nichts. Zwar macht die Zitadelle von Besancon was her und die Altstadt erscheint auch irgendwie alt aber es ist so gar nichts los.
Für die Batterie suchte ich extra die Touristeninformation auf, die mir mitteilte, ich könne ja mit der Tram in einen Vorort fahren wo ich sie evtl. In einer Mall kaufen könne. In der Stadt gab es keinen Supermarkt, kein Fahrradgeschäft noch sonst etwas mögliches. Wie ich dann feststellte, war zudem Mittagspause und die anderen Läden hatten auch noch zu. Also sah ich zu aus der Stadt zu kommen, obwohl ein Müdigkeitsflash mich fast dazu bewog, mir augenblicklich eine Herberge zu suchen. Ich wußte, später würde es wieder ein Abenteuer werden.
Die Landschaft war in der Qualität zweigeteilt. Entweder fuhr ich am Kanal entlang in schwüler Luft und er sah aus wie die öffentliche Toilette. Es schwammen undefinierbare braune Teilchen auf der Wasseroberfläche. Vielleicht lag es auch daran, dass nebenan die Scheiße in großen Bottichen verquirlt wurde und die Wasseraufbereitung erfolgte.
Dann kamen wieder Abschnitte, die waren traumhaft schön. Der Fluß schwang sich durch bewaldete Canyons mit scharfkantigen Felsabbrüchen. Kleine Festungstürme markierten den Flussumschwung oder Kirchturmspitzen ragten aus dunklem Grün. An einer Stelle verkürzte ein Tunnel mit Wasservorhang an der Bergwurzel den Flußlauf und Maria in der Grotte bewachte das Schauspiel.

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