Freitag, 1. Juli 2016

In der Umlaufbahn


Erneut sitze ich in einem Restaurant und merke und fühle richtig,  dass ich allein reise und was vielleicht eine größere Rolle spielt, ich verstehe und spreche die Sprache nicht.
Das Gefühl, sich nicht ausdrücken, im Zweifel nicht wehren, keine Hilfe holen zu können, macht fremd und Angst.
Das erste Mal auf meiner Reise fühle ich mich allein und hingeworfen in die Weite des Unverständnis.
In so einer Stadt, bin in Straßburg, ist die Dichte und Notwendigkeit zur Verständigung höher. Es muss alles ganz schnell gehen und mangelndes Ausdrucksvermögen wird oft teurer.
Hier in der Stadt habe ich das erste Mal das Bedürfnis, dass ich nicht allein am Tisch sitzen möchte. Aber ich sitze auch öfter an einem Tisch. Wenn Düsseldorf die längste Theke hat, hat Straßburg die längste Tafel. Hier kann frau essen bis der Arzt kommt. Und wenn es Kartoffeln mit Quark ist, was sich auf elsässisch total vornehm anhört und auch teuer ist.
Ich wußte gar nicht, dass Straßburg ein wichtiges protestantisches Zentrum war und ist.
Die Döme und Kirchen sind mir am liebsten und ich war froh, dass ich heute morgen eine Aufgabe hatte. Ich mußte dringend detailiertere Karten für die Weiterreise haben und ich fand durch Empfehlung einen wirklichen Spezialisten, "au vieux campeur". Es sind letztendlich wieder die gelben Michelin Karten geworden. Mein Navi benötigt dringend detailliertere Anweisungen.
Straßburg ist wirklich bezaubernd. Es gibt hinter jeder Ecke neue, wunderschöne An- und Aussichten. In Petit Francais sind es kleine Fachwerkhaus Ensembles, ansonsten imposante Steinbauten, der Dom, diverse Kirchen, das Schloß. Die Zahl der Restaurants ist unerschöpflich und die Zahl der bettelnden Menschen  auch nicht unerheblich. Es stehen viele Männer so rum,  oder liegen auf Matratzenlagern. Aber es laufen und fahren auf Fahrrädern, Skateboards auffallend viele junge Leute herum.
Ich finde, in Frankreich ist Armut und Elend eher auf der Straße zu sehen.
Die Stadt mit ihren umkränzenden Wasserwegen erinnert mich an Brügge. Die Altstadt ist nicht viel größer und ideal an einem Wochenende zu erkunden.
Und jetzt bin ich froh, morgen wieder los zu kommen. In die Natur, da ist es leer aber nicht einsam.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen