Donnerstag, 14. Juli 2016

Faugeres

Es ist blau, ein klares, wolkenloses, unendliches Blau und der Wind streichelt den weiß und rosa blühenden Oleander.
Seit gestern ist es abgekühlt.
Nachdem wir M. und F. in Mancey verlassen haben und mit dem Anhänger hoppelnd weiter gen Süden gefahren sind, wurde es immer heißer.
Schon meine Fahrt von Taize nach Mancey fand bei ultimativer Hitze statt. Ich schleppte mich bei 35 Grad Celsius von Kirche zu Kirche, um in ihren kühlen Inneren zu verweilen und die romanische Baukunst zu bewundern.
Um Brancion, ein gut erhaltenes mittelalterliches Dorf mit Burg, besichtigen zu können, schlich ich einen langgezogenen Berg hinauf. Ein Rennrad fahrendes Ehepaar begleitete mich ein Stück und wir versuchten eine rudimentäre französische Konversation. Irgendwann war es ihnen mit mir dann doch zu langsam und sie traten in die Pedale.
Die Kirche von Brancion wurde im 12. Jahrhundert erbaut und ist sehr dunkel. Durch die hohe Feuchtigkeit im Innern sind die alten Wandmalereien schwer zu konservieren. Das Tor der Kirche stand offen und frau konnte aus dem dunklen Innern über das ganze Tal schauen. Ein atemberaubender Anblick. Ich konnte mir das Gefühl der Herzöge, die den Blick über ihre Ländereien schweifen lassen, sehr gut vorstellen.
An einem Wegkreuz legte ich mich erschöpft auf eine Bank und schlummerte ein wenig.
In Mancey angekommen, ging ich nach meiner nun letzten Radetappe duschen und wartete auf K., die kurze Zeit später mit unseren schwarzen Stieren auf dem Anhänger eintraf.
F. machte uns etwas zu essen und wir hatten ein recht vergnügtes Abendessen, F. war Comedian und M. Musiker mit einer gehörigen Portion trockenen Humors. In deutsch-englisch-französischem Kauderwelsch konnten wir sogar tiefgründigere Themen wie die eigene Lebensaufgabe besprechen. Und wir lachten herzlich.

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