Mittwoch, 22. Juni 2016

Sinngrund

Auf großen Tafeln wird beschrieben welche Organismen, Flora und Fauna auf dem "Sinngrund" zu finden sind. Die Sinn schlängelt sich durchs Tal und ich folge ihr. Es gibt einen Ober- und Mittel- als auch Bergsinn.
Ich finde "Sinngrund" ein tolles Wort. Ist es nicht doppelt gemoppelt? Gibt es einen Sinn oder gehe ich der Sache auf den Grund? Aber gehen wir jetzt mal dem Sinn auf den Grund.
In einer Sinnkrise versucht Frau ja denselben neu zu finden.
Irgendwie überkam mich heute die Idee, dass das Leben und der Sinn des Lebens wie ein Fluss bzw. die "Sinn" zwischen einem Anfang, der Quelle und einem Ende, für die Sinn ist es der Main, hin und her mäandert.
Am Anfang ist der Fluß noch klein aber sprunghaft, stürmisch, vorwärts drängend, im weiteren Verlauf, gilt es Hindernisse zu überwinden, den Bestand zu vergrößern und es gibt auch tote Seitenarme und am Ende ist alles breit, träge und bereit zur Aufnahme in etwas Größeres.
Sein Dasein ist für andere Kreaturen lebensnotwendig und doch tut er nichts aktiv dafür. Es gibt auch keine Willenserklärung diese oder jene Kurve, einen besonderen Schwung oder ein anderes Ziel als das Vorgesehene zu erreichen. Es fließt einfach von Partikel zu Partikel, von Tröpfchen zu Tropfen. Der Wasseranteil, der gestern noch der Quelle entsprang, ist übermorgen einfach so im großen Ganzen auf- bzw. untergegangen.
Nun kann ein Leben angestrengt oder fließend gelebt werden. Das Problem ist das Bewusstsein und die Vorstellungskraft. Das Wünschen, Begehren, Vergleichen und die Vorstellung etwas über den Tod zu retten, eine Spur zu hinterlassen, hindern uns am dahin fließen.
Diese Flüsse haben eine besondere Anziehungskraft. Städte an Flüssen sind meistens sehr schöne Städte.
Macht das wirklich Sinn nach dem Sinn zu suchen? Morgen fahr ich am Main entlang. Bin gespannt, welche Geschichten er mich lehrt.

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