Freitag, 17. Juni 2016

Kommunikation

Heute war ein guter Tag. Ich bin zufrieden und in einem schönen Städtchen- Salzwedel.
Gestern frug ich mich, ob die Endlager in Gorleben sind, weil dort eine schlechte Aura ist oder ob die Aura durch die Endlager verursacht wurde? Gorleben ist auf jeden Fall schräg und da ich in einem leeren Appartementhaus im 70er oder älter Look in einem Schrankbett nächtigte, dies allerdings zugegebenermaßen wirklich gut und lang, wollte ich trotz Regen diesen Ort schnellstens verlassen.
So fuhr ich mal wieder Fähre und betrat in Lenzen die erste Kirche richtig. Und sie war sehr schön. Es waren auffallend viele Frauenfiguren dargestellt. Der Hausmeister oder whoever fragte mich wohin ich fuhr und woher ich kam und so entspann sich die erste der an diesem Tag eintretenden, sehr angenehmen Unterhaltungen. Auf die Frage, wo frau denn gut frühstücken könne, empfahl er das Cafe am Markt, dass kurioserweise einen grottigen Kaffee und kein Frühstück anbot. Was dann herhalten musste waren Bratkartoffeln mit Spiegelei.
Die nächste Fährenüberfahrt führte mich nach Schnackenburg, einen bezaubernden kleinen Ort, der mich vom Namen an einen ehemaligen Arbeitgeber erinnerte.
Am Ortsausgang hatte ich ein wirklich sehr amüsantes Gespräch mit einem entgegen kommenden, attraktiven Radler, der das grüne Band von Eisenach aus begonnen hatte. Ich sagte:"dann warst du ja schon im Harz!" Und er:"das würde ich nie mehr machen, das ist brutal!" Er ist einen Teil mit der Harzeisenbahn gefahren.
Nach viel gemeinsamen Gelächter, ich versäumte es nicht, ihn vor "Gorleben" zu warnen, fuhren wir in entgegengesetzten Richtungen davon.
Die nächsten Begegnungen, die meine momentane Abneigung gegen Menschen aufzuweichen drohen, fanden in Arendsee statt. Dort setzte ich mich draußen- es schien die Sonne- an einen größeren Tisch, an dem zwei Frauen und ein Kind, später kam noch ein Halbwüchsiger dazu, einer Eisdiele und bestellte Wasser, Cappuccino und Spaghettieis. Die Eisdiele, die auch Schnitzel verkaufte, gehörte einem älteren Paar und dem Sohn, die allesamt ungeheuer freundlich waren und im Dorf alle zu kennen schienen. Das Eis war super lecker. Die Frauen neben mir frugen, ob es nicht sehr langweilig sei so allein zu radeln und ohne zu sich zu unterhalten. Ich sagte, wieso, ich unterhalte mich doch gerade und Schnauze halten, sei auch mal ganz schön. Ich hörte ihren Geschichten zu und alle waren interessiert, meine Beweggründe für so eine Tour zu erfahren. Anschließend fragte ich in einer Apotheke nach Drogen, um besser fahren zu können. Auch die Apothekerin hatte einen guten Humor und am Ende bekam ich Magnesium für Sportler. Das war mit 84km heute meine längste Tour und ich habe so viele Störche gesehen und Schlangen und Greifvögel und und und.

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