Samstag, 24. Januar 2015

Wozu noch ein Blog?

Diese Frage ist eigentlich egal- mir egal- schnurzpiepegal
Eigentlich sollte als Header noch stehen "Eine starke Frau, die glaubt" aber das engt ein und schreckt die Glaubensskeptikerinnen ab und die Kirchenverächterinnen und Agnostikerinnen und Atheistinnen sowieso und manchmal zweifel ich auch ob das stimmt.
"Glaube kann Berge versetzen" und zerstören und was heißt dann stark?
Ich komme von einer guten Idee in der blanken Realität an und dachte, dass Glaube verbinden kann und in die Welt wirken kann.
Wir wohnen auf einem Beginenhof mit einer Kirche und haben Träume, Ideen vom guten, gemeinsamen Leben und dem Hineinwirken, gemeinsamen Hineinwirken, in die Gemeinde um uns, ob kirchlich gebunden oder auch nicht.
Ein ökumenisches Versuchsprojekt, dass fast an den persönlichen Empfindlichkeiten und Sehnsüchten nach Anerkennung zerbrochen wäre und immer noch nicht die Stabilität hat, um auf lange Sicht erfolgreich gelebt zu werden.
Zu einem Kern geschrumpft, voller Tatendrang und gutem Willen, ausgebremst von Egoismen Einzelner, die dem Blick in die eigenen Abgründe nicht standhielten und die Gruppe verließen, um uns dann das Leben schwer zu machen. Darüber hinaus eine Genossenschaft, die ihre planerischen und wirtschaftlichen Fehler mobbend über uns stülpt und aus einer anfänglichen Unterstützung eine ablehnende Unfreundlichkeit werden lässt, die an einer professionellen Einstellung zweifeln lässt.
Interessant ist auch die Entdeckung wie schwer Ökumene ist. Plötzlich werden passive Katholikinnen zu eifrigen Verfechterinnen Ihres Glaubens weil sie Maria und ihre Kirche kritisiert sehen.
Und ja, die beiden Kirchen sind sehr unterschiedlich. Darf man bei den Einen nicht mit dem Rücken zum Allerheiligsten sitzen, verschwinden bei den Anderen alle weiblichen Aspekte und auch von Fürsorge durch die ortsansässigen Pastoren kann im Gegensatz zu dem katholischen Geistlichen auch nicht die Rede sein.
Seit ich im Beginenhof lebe, war ich so oft in einer Kirche wie mein ganzes Leben zuvor nicht. Und ich finde es schön. Ohne Liturgie einfach so, gestalten wir Nachtgebete. Dass mit ohne Liturgie können manche Besucher_Innen nicht aushalten.
Gern wäre ich noch viel feministischer aber wir stehen noch am Anfang.
Dafür, dass wir im letzten Jahr gegen so viele interne und externe Widerstände angekämpft haben, können wir stolz sein, was der kleine Haufen tatkräftiger Frauen geschafft hat.
Ich werde weiter über unsere Erfahrungen und Erkenntnisse berichten, schließlich soll das hier ein Erfahrungs- und Traumbericht werden. Erfahrungen mit Gemeinschaft, mit Glaube, mit Kirche, mit Ökumene, mit Allem, was so vorbeigeflogen kommt. Träume von einer "Guten" Welt voller Wunder und Dankbarkeit, Staunen und Verzweiflung und so vergänglich wie eine Schneeflocke im Wind.
Kennt ihr das Lied: "Bin geborgen wie im Sturm eine Feder, bin geborgen wie eine Feder im Sturm. Auf Wellen geweht, ertrinke ich nicht, auf Felsen geschleudert, zerbreche ich nicht. Bin geborgen wie im Sturm eine Feder"

Meine Gedanken bei Dir
Betwoman 

1 Kommentar:

  1. wir machens einfach weiter. Weil es gut tut, weil frau viel dabei lernt, über sich und das Leben. Weil es stärkt und Mut macht und weil die Gemeinschaft trotz allem ein Geschenk ist, das ich nicht mehr missen möchte. Ich bin dankbar für alle frauen, die tatkräftig und unverdossen weiter machen. Ich bin gerne hier im Beginenhof Begine
    Brigitte

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