Sonntag, 25. Januar 2015

Leidenschaft

Wie oft wird in Spiri Blogs und den "wir haben es geschafft" Blogs darüber geschrieben, dass man endlich seiner wahren Leidenschaft folgen soll, einen langweiligen Job aufgeben und sich seiner eigentlichen Bestimmung widmen und beginnen soll, ein Leben zu führen, in dem frau sich frei und selbstbestimmt fühlt.

Erst dann weiß frau was LEBEN heißt und wird glücklich. Darüber hinaus ist ein Ziel wichtig und dem muss frau konsequent entgegen arbeiten und dann wird sich alles fügen.

Immer oder besonders dann wenn ich beruflich gelangweilt bin und unterschiedliche Sehnsüchte in mir spüre und auch eher ein wenig melancholisch drauf bin, lese ich diese Blogs aufmerksam und frage mich, was meine Leidenschaft ist und was ich schon immer gern machen wollte?

Ich fertige dann Listen an mit den Dingen, die ich gern tue und wo ich mir vorstellen könnte, sie auch beruflich, d.h. täglich und zum Geld verdienen machen zu können.

Ich bin zum Beispiel sehr gern draußen in der Natur. Bin ich denn gern den ganzen Tag draußen und auch bei Regen und Sturm und Kälte? Mmmh

Ich wollte immer Bäuerin werden, habe aber keinen Bauernhof und einen Bauern heiraten? Geht gar nicht. Morgens in aller Herrgottsfrühe in den Stall und schwere Heuballen schleppen, ausmisten, melken, Garten umgraben- ja gern, aber alles in Maßen und kann ich dann damit Geld verdienen? Oder kann ich mir das wirklich als tägliche Regel vorstellen?

So gern wäre ich frei in meiner Zeiteinteilung und ich brauche ein Team bzw. Menschen, mit denen ich mich austauschen kann. Hoffentlich hat das Team dann die gleichen Zeitvorstellungen.

Das Schlimmste aber ist, dass ich gar keine durchgehende Leidenschaft habe bzw. sie nicht identifizieren kann. Die Leidenschaften wechseln einfach ständig.

Mein Leben ist eigentlich viel zu kurz, um all die Dinge auszuprobieren, die mich interessieren und es kommen täglich Neue hinzu.

OK schön wäre es gaaaanz viel Zeit zu haben, um immer wieder neue Dinge ausprobieren zu können aber ich habe das Gefühl, dass gerade das Spannungsfeld Beruf - Freizeit, diese Ideen in meinem Kopf zum Fliegen bringt.

Wenn ich Urlaub habe, ist oft die Zeit viel knapper bzw. ich bekomme viel weniger geschafft als in der Arbeitszeit.

Auch mit Zielen habe ich bisher keinen Erfolg gehabt. Immer wenn ich etwas ganz doll wollte, wurde ich enttäuscht und daher habe ich es mir abgewöhnt zu doll zu wollen. Und siehe da! Jetzt passieren oft wunderbare Dinge und ich pflücke die Gelegenheiten ab und genieße sie.
In der Rücksicht betrachtet war alles genau richtig wie es war und ich habe sehr viel gelernt.

Das finde ich eigentlich am Schönsten, zu lernen und sich selbst besser kennen
zulernen und das Leben so zu akzeptieren wie es ist und zu genießen.

Am schönsten sind Überraschungen und die bekomme ich fast täglich. Manche will ich nicht und dann werde ich wütend. Oder ich warte etwas ab und kauer mich hin und dann huscht die unliebsame Überraschung über mich hinweg und ich schaue ihr nach und schmunzel oder verfluche sie (ja ich weiß, darf ich nicht)

Lasst Euch einfach finden und hört auf zu suchen

Eure
Betwoman

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen